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Auf eine Runde mit dem „Weltenexpress“

Der Kleine Chor des Baesweiler Gymnasiums tritt nach langer Corona-Zwangspause endlich wieder auftreten.

 

VON SIGI MALINOWSKI

BAESWEILER Ob die Schülerinnen und Schüler Markus Fabricius schon mal in derart aufgewühlter Weise erlebt haben? Der Leiter des Baesweiler Gymnasiums fand lobende Worte nach Abschluss des ersten Konzerts des Kleinen Chors in diesem Jahr. „Ich bin geflasht, ja, geradezu verzaubert“, gestand der erste Mann an der Schule, beeindruckt vom großen Teamgeist der jungen Menschen, die da auf der Bühne des Pädagogischen Zentrums standen.
Aufgeführt worden war „Eine kurze Fahrt mit dem Weltenexpress“. Anlässlich des Schuljubiläums des Gymnasiums Baesweiler hatte der kleine Chor ein besonderes Thema beim Konzert behandeln wollen, es sollte um Schule gehen, aber um eine besondere Art von Schule – eine wie die Traumschule aus Anna Sturms Buch „Der Weltenexpress“. Darin geht es um eine fahrende Schule voller außergewöhnlicher Kinder, und Hauptfigur Flinn muss ihre Angst überwinden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

Viel Spaß bei den Proben

Flinns außergewöhnliche Fahrt untermalten der Chor und die Schulband mit passenden Popsongs. Der Kleine Chor der Klassen fünf und sechs hatte dabei nach einem Jahr Coronapause zu neuer Stärke gefunden, auch das Masketragen und das tägliche Testen während der Probewoche konnte den Kindern die Freude an der Musik nicht nehmen. Sie sangen, tanzten und freuten sich, dass so etwas wieder möglich ist.

Wie Schulleiter Fabricius, so machte die Vorstellung auch dem übrigen Publikum am ersten von zwei Abenden sehr viel Freude, Träume durften mit nach Hause genommen werden, unabhängig vom Alter.

Der „Weltenexpress“ bahnte sich seinen Weg durch die Emotionen, die von den jungen Darstellern und ihrem Gesang ausgelöst wurden. Die Choreografie sowie die Gesamtleitung lag dabei in den Händen von Lehrerin Anne Reil. Sie übernahm auch das Dirigat auf der Bühne. „Wir hatten schon jede Menge Spaß bei den Proben“, erklärte die glückliche Chefin nach der Auftaktveranstaltung.

Mit elf Titeln, vornehmlich aus dem Pop-Genre, war der „Weltenexpress“ auf die Fahrt gegangen. Gestartet wurde mit „You will be found“ (aus „Dear Evan Hansen“), fast ein Dutzend Solisten kamen in der kompletten Aufführung zu ihren Auftritten, teils von großem Jubel begleitet. Nach Max Giesingers „Irgendwann ist jetzt“ und dem Song „Beggin“ (Måneskin) wählten die Schülerinnen und Schüler Lena Meyer-Landruts „Satellite“, der Deutschland vor zwölf Jahren den Grand-Prix-Sieg beim European-Song-Contest (ESC) bescherte. Darauf wurde dann auch noch Abbas „Mamma Mia“ drauf gepackt – spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte das Konzert Musicalcharakter. Mit Harry Styles „Adore You“ baute sich der Spannungsbogen weiter auf und hielt sein hohes Niveau mit den Songs „Believer“ (Imagine Dragons) und Amy Mcdonalds „This is the life“. Ins große Finale bogen die mit sehr viel Begeisterung auftretenden Darsteller mit den Songs „Wunderfinder“ (Alexa Feser) und „Better when I‘m Dancing“ von Meghan Trainor sowie am Schluss mit „Solange man Träume noch leben kann“ (Münchener Freiheit) ein.

Erschienen in der Aachener Zeitung, 10.02.2022