Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung
Lernen verstehen wir nicht nur fachlich – zum Lernen gehört auch die Förderung der eigenen Persönlichkeit und der Blick auf die eigene Gesundheit.
Dazu haben wir in unserer Schule verschiedene Angebote.
Lions Quest
Einen besonderen Wert legen wir auf das Thema „Erwachsen werden” unserer neuen Schüler und Schülerinnen.
Deshalb unterrichten Lehrerinnen und Lehrer, die ein mehrtägiges Ausbildungsseminar besucht haben, unsere Schüler und Schülerinnen bereits im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 im „Sozialen Lernen“. Es handelt sich dabei um ein Fach, das in unserer heutigen Lebenswelt einen hohen Stellenwert hat, da sogenannte „Life-Skills” oder „Soft-Skills” immer höhere Akzeptanz und Bedeutung gewinnen.
Wir orientieren uns dabei am Material des Lions-Quest Programms „Erwachsen werden”, das von Prof. Dr. Hurrelmann begleitet und evaluiert wird und im Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. Unterstützung findet.
Bundesweit unterrichten zahlreiche Lehrkräfte nach diesem Programm, das es sich zur Aufgabe macht, soziale und allgemeine Kompetenzen zu fördern.
Das Konzept orientiert sich an sechs Basisthemen, wobei in der Jahrgangsstufe 5 der Schwerpunkt auf die ersten drei Themen gelegt wird:
- gute Gemeinschaft
- gesundes Selbstvertrauen
- vielfältige Gefühle
- wichtige Mitmenschen
- klärende Kommunikation
- kluge Entscheidungen
Zu diesen Themen kommen Module zur Förderung der genannten Kompetenzen, wie zum Beispiel Gruppenarbeitsmodelle, Rollen- und Aktivierungsspiele, sog. „Energizer”, zum Einsatz.
Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die Umsetzung dieses Konzeptes an unserer Schule Lebenskompetenzen vermitteln und die Schüler und Schülerinnen eine ganzheitliche Schulung und Bildung erfahren, aus denen sie in ihrem Schulleben und für ihren Lebensweg hilfreiche Strategien schöpfen können.
Selbstbehauptung und Konfliktbewältigung
Als Teil des Initiativprogramms für Selbstbehauptung und Konfliktbewältigung von Mädchen und Jungen des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familien und Gesundheit findet in der Jahrgangsstufe 7 ein Antigewalttraining statt, mit dem die Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen den Schülerinnen und Schülern bewusstgemacht und darüber hinaus geschult werden sollen.
Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern bietet ein alltagstaugliches, praxisnahes Training, in dem alternative Verhaltensmöglichkeiten in Konfliktsituationen aufgezeigt und erprobt werden können.
Die Ziele des Trainings sind Aufbau bzw. Verstärkung von positiver Körpersprache, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein und Zivilcourage. Das Programm wird ergänzt durch einzelne Module einer Maßnahme, die der Problematik von Mobbing entgegenwirken möchte.
Auch die ausgebildeten Medienscouts informieren über die Risiken und Gefahren im Umgang mit Internet und sozialen Netzwerken.
Die Gestaltung des Tages sieht eine Aufteilung in Mädchen- und Jungengruppen vor, die von Lehrkräften der Jahrgangsstufe sowie dem Schulsozialarbeiter und von erfahrenen Referierenden bzw. Trainerinnen und Trainern betreut werden.
Sanitätsdienst
Ab der Jahrgangsstufe 8 können Schülerinnen und Schüler an einer halbjährigen Sanitätsdienst-AG teilnehmen. Als ausgebildete Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter leisten sie dann in den großen Pausen und bei schulischen Veranstaltungen Erste Hilfe.
Das Konzept des Schulsanitätsdienstes im Überblick:
Prinzipien
Die Mitglieder des Schulsanitätsdienstes sollen unter Begleitung der Sanitätsdienst-Lehrkräfte in möglichst großer Eigenverantwortung den Schulsanitätsdienst durchführen. Mitglieder des Schulsanitätsdienstes können Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Jahrgangsstufe sein, so dass die Kenntnis der Erste-Hilfe-Maßnahmen weit gestreut und die Akzeptanz der Schulsanitäterinnen und -sanitäter möglichst selbstverständlich ist.
Laufende Aktivitäten
- regelmäßige Ausführung der Pausendienste
- konstante Gewährleistung der Funkbereitschaft während des Unterrichts
- wöchentliche Treffen ausgebildeter Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern: Aktualisierung des Erste-Hilfe-Wissens; Auffrischung seltener Erste-Hilfe-Maßnahmen; Organisation der Dienste; Zusammenhalt der ganzen Gruppe.
- Ausbildung neuer ErsthelferInnen seitens des Lehrpersonals, welche die Qualifikation zur Ausbildung von Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern besitzen.
Sporadische Aktivitäten
- Teilnahme an Sanitätstagen ausgebildeter Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern
- Unterstützung von Schul- und Sportfesten
Begleitende Aktivitäten
- Kontrolle des vorhandenen Erste-Hilfe-Materials
- Ergänzung der Erste-Hilfe-Kästen und Sanitätstaschen
- Kontaktpflege zum DRK-Kreisverband Aachen: aktuelle Informationen der Erste-Hilfe-Bestimmungen; Ausbildungsmodalitäten; Fortbildungsangebote des DRK; Ausbildungsmaterialien etc.
Die Fähigkeit, in Notsituationen helfen zu können, ist nicht nur bedeutend, wenn etwas passiert ist. Schulsanitäterinnen und -sanitäter haben auch ein Auge für Gefahrenpotentiale, ihr Verantwortungsbewusstsein ist geschärft, sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und überlegt zu handeln – auch in kritischen Situationen. Von diesen Fähigkeiten profitieren sie auch in anderen Zusammenhängen.
In der Regel trägt das Bewusstsein, helfen zu können, wesentlich zu der Entwicklung eines stärkeren Selbstbewusstseins und einer besseren Einschätzung der eigenen Fähigkeiten bei.
Streitschlichtung/Mediation
Das Gymnasium Baesweiler bietet täglich in der ersten großen Pause eine Streitschlichtung an.
Ziel ist es, entstehende Streitigkeiten zwischen Schülerinnen und Schülern frühzeitig beizulegen. Unsere Schülerinnen und Schüler kommen freiwillig und suchen Hilfe bei Konflikten. Manchmal empfehlen Klassenlehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern die Streitschlichtung, die versucht, jedem Schüler und jeder Schülerin in einem geordneten Rahmen Gehör zu verschaffen und zu einer Lösung beizutragen, die von den Streitenden selbst gesucht wird. Die streitschlichtenden Schülerinnen und Schüler, die in der Regel älter als die Streitenden sind, empfehlen sich durch ihre Neutralität.
Darüber hinaus bietet das Gymnasium Baesweiler die Ausbildung zum Streitschlichter oder zur Streitschlichterin ab Klasse 8 (2. Halbjahr im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft) an.
Ausbildung zum Mediator/Mediatorin
Dieses Konzept sieht vor, dass viele Konflikte innerhalb der Schülerschaft gelöst werden können. Die Streitschlichterinnen und -schlichter werden dazu ausgebildet, den Konfliktparteien zunächst Raum zur Darstellung ihres Konflikts zu geben. Es ist die Aufgabe der Mediatoren, darauf zu achten, dass beide Seiten ihre Position in einer angenehmen Gesprächsatmosphäre darlegen können. Die Streitschlichterinnen und -schlichter sichern den Schülerinnen und Schülern Verschwiegenheit zu.
Nach der Darlegung des Konflikts durch die beiden Parteien fasst der/die Streitschlichter/in den Konflikt noch einmal zusammen, um zu sehen, ob beide Parteien mit seiner Darstellung einverstanden sind. Im Verlauf des weiteren Gesprächs versucht der/die Mediatorin, die Anteile der Kontrahenten mit ihnen herauszuarbeiten, um dann von den betroffenen Schülerinnen und Schülern Lösungsstrategien entwerfen zu lassen. Diese Lösungsstrategien werden schriftlich fixiert und von beiden Kontrahenten unterschrieben. Ein Kontrolltermin soll die Einhaltung der Vereinbarung absichern.
Da das Verfahren der Mediatoren gute Kompetenzen im Bereich des Zuhörens und der Gesprächsführung voraussetzt, werden die Streitschlichter und -schlichterinnen in einer ca. 20 Schulstunden umfassenden AG auf ihre Aufgaben vorbereitet. Durch Rollenspiele erlernen sie die Phasierung des Gesprächs, das Einfordern einer angemessenen Gesprächsatmosphäre und die Techniken der Fragestellung, um als Vermittler/in und nicht als Problemlöser/in zu fungieren. Dieses Gespräch fordert einen abgeschlossenen Raum, damit eine vertrauliche Gesprächsatmosphäre zustande kommt und damit die vertraulichen Unterlagen entsprechend aufbewahrt werden können.
Falls es sich um komplexere Probleme handelt, steht Rita Barbier als ausgebildete Lehrerin zur Beratung und Streitschlichtung zur Verfügung.
Gesundheitserziehung
Stressbewältigung
Im Rahmen der Suchtprophylaxe werden in der Jahrgangsstufe 6 Techniken im Umgang mit Alltagsstress vorgestellt und erprobt (Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Elemente des Yoga) als Angebot zum Entgegenwirken der Anspannung durch hohe Leistungsanforderungen und Mediennutzung.
Im Rahmen des Sportunterrichts wird in jeder Jahrgangsstufe eine andere Entspannungstechnik eingeübt.
Suchtvorbeugung
Aufklärungsarbeit in Bezug auf Süchte findet im Fachunterricht generell in den Fächern Biologie, Religion, Politik, Deutsch und Sport statt.
Begleitend beginnt die Gesundheitserziehung in der Jahrgangsstufe 6 mit einem mehrstündigen Konzept zur Suchtvorbeugung, das von den dafür ausgebildeten Lehrkräften individuell für jede Klasse durchgeführt wird.
Liegt hier zunächst der Fokus auf der Bewältigung von alltäglichem und schulischem Stress durch hohe Anforderungen, sowie darauf, ein Bewusstsein für das oft unbewusste Abgleiten in Süchte jeglicher Art (Spiele, Süßes, Sport, Einstiegsdrogen, etc.) wird dann in der Jahrgangsstufe 8 auf stoffgebundene Süchte, z.B. Vapen und Rauchen, Alkohol- und Cannabiskonsum geschaut und die damit verbundenen Gefahren für die Gesundheit verdeutlicht.
Ansprechpersonen
Janina Heuter
Lions Quest
Annika Houben
SV-Lehrerin
Gewaltprävention
Claudia Spengler
Schulsanitätsdienst
Caroline Ernst
Schulsanitätsdienst
Lerncoaching
Sporthelferprogramm
Rita Barbier
Streitschlichtung/Mediation
DELF
Nils Markmann
Suchtprophylaxe
Joana Schick
Suchtprophylaxe
Schülerbücherei